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Schwanthalerstr. 106, 80339 München

Kosten und Einnahmen

 

Die Kosten der Ausbildung setzen sich bei uns zusammen aus den Semestergebühren und den Aufwendungen für Supervision und Lehranalyse. Bei einer vom PthG vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von mindestens fünf Jahren, bei 250 Stunden Supervision und 600 Stunden Lehranalyse belaufen sich die Gesamtkosten für PsychologInnen in einer Größenordnung von ca. € 70.000 , für ÄrztInnen wegen der kürzeren Ausbildungsdauer etwas niedriger. Diese Kosten stellen einen Mittelwert dar, der je nach Dauer der Ausbildung variieren kann. Gegebenenfalls kommen noch Kosten für einen Praxisraum in der zweiten Ausbildungshälfte hinzu.

Dem stehen die Einnahmen aus der Behandlung der Ausbildungspatienten gegenüber. Den psychologischen AusbildungskandidatInnen hat die KVB für die kombinierte Ausbildung ein Behandlungskontingent von 1350 Stunden, den ÄrztInnen für die psychoanalytische Ausbildung 1025 Stunden und den bereits approbierten PsychologInnen 700 Stunden eingeräumt. Abgesehen von einem geringen Systemkostenabschlag werden die Honorare für die Patientenbehandlung an unserem Institut in vollem Umfang an die Kandidaten ausgezahlt. Daraus ergibt sich bei Verrechnung der Einnahmen mit den Kosten ein deutlicher Überschuss an Einnahmen.

Nach derzeitigem Stand können die Ausbildungskosten steuerlich abgesetzt werden, entweder als Werbungskosten bei der jährlichen Steuererklärung oder als Verlustvortrag für die ersten Jahre der Niederlassung.

Natürlich ist dadurch nur die Einnahme- und Ausgabenrechnung der Ausbildung selbst erfasst. Die Aufwendungen für die Lebensführung, Versicherungen usw. während der Ausbildungsjahre kommen noch hinzu. Obwohl wir uns alle Mühe geben, Ihnen die Ausbildung auch finanziell so weit wie möglich zu erleichtern, lässt sich nicht hinweg diskutieren, dass die Finanzierung für viele Interessenten eine große Belastung darstellt oder - positiv gesprochen - eine große Herausforderung. In begrenztem Umfang kann die Steger-Stiftung der Akademie, zinslose Ausbildungs-Darlehen zur Verfügung stellen. Wir hoffen, diese Möglichkeit in den nächsten Jahren ausbauen zu können.

 

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Bitte schicken Sie den ausgefüllten Antrag per Post an:

Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e.V.
Schwanthalerstraße 106
80339 München

 Dem ausgefüllten Antrag sind beizufügen:

  1. eine ausführliche Vita (5-10 Seiten), in der Sie uns einen Überblick über Ihren Werdegang geben. Wichtig sind uns prägende Beziehungen und Stationen Ihres Lebens, auch die Brüche und Schwierigkeiten! (Original und drei Kopien)
  2. ein kurzer tabellarischer Lebenslauf (Original und drei Kopien)
  3. beglaubigte Kopien der die bisherige Ausbildung belegenden Urkunden (Diplom, Masterabschluss in klinischer Psychologie bzw. Approbation)
  4. ein Foto neueren Datums
  5. ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate ist
  6. Bewerbungsgebühren Euro 230,-
    (Überweisungsnachweis, Bank für Sozialwirtschaft München,
    IBAN DE52 7002 0500 0007 8105 00, BIC BFSWDE33MUE)

Die Zulassung erfolgt zweimal jährlich zum Sommer- und Wintersemester.

Der Antrag auf Zulassung kann ganzjährig bei der Akademie eingereicht werden.
Berufliche Tätigkeit ist keine Voraussetzung. Sie können sich direkt nach Ihrer akademischen Ausbildung bewerben.
Die Aus- und Weiterbildung kann zum jeweils nächsten Semester begonnen werden.

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Für Psychologinnen und Psychologen bieten wir die „kombinierte“ Ausbildung in den zwei Fachkunden analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (APT) an. Der zeitliche Ausbildungsaufwand für die kombinierte Fachkunde beträgt mindestens 5 Jahre.

 

In der theoretischen Ausbildung werden alle Inhalte vermittelt, welche das PsychThG und die darauf beruhende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PsychTh-APrV) vorgeben. Hier sind (als Teil der insgesamt 4200 Stunden) 200 Stunden Grundkenntnisse und 400 Stunden vertiefte Ausbildung gefordert, die auch die kasuistischen Seminare umfasst. Genaueres zu den Ausbildungsinhalten finden Sie in unserem Vorlesungsverzeichnis.

 

Eine fundierte psychoanalytische und tiefenpsychologische psychotherapeutische Ausbildung beinhaltet hinreichend umfassende Erfahrungen in der persönlichen Lehranalyse respektive Lehrtherapie. Für die Lehranalyse in der kombinierten Ausbildung sind bis zur Zulassung zur Approbationsprüfung 300 Stunden notwendig.

Für den Akademie-Abschluss, der auch zur Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V) berechtigt, richten wir uns bei der kombinierten Ausbildung (APT) nach den Vorgaben der DGPT, die lauten, die Lehranalyse solle möglichst ausbildungsbegleitend überwiegend dreistündig durchgeführt werden. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Aus- und Weiterbildungsleitung.

 

Zusätzlich zu der praktischen Patientenarbeit verlangt die PsychTh-APrV ein psychiatrisches Praktikum von mindestens 1200 Stunden, das an Einrichtungen absolviert werden kann, mit denen die Akademie Kooperationsverträge abgeschlossen hat; wir bedauern sehr, dass trotz großer Bemühungen bisher keine durchgehende Vergütung der Praktika durchgesetzt werden konnte. Jedoch ist es uns gelungen, das psychosomatische Praktikum von 600 Stunden großenteils in unsere Ausbildung zu integrieren, so dass es nicht andernorts absolviert werden muss.

 

Die Staatliche Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil führt zur Approbation und damit zur Berechtigung, als Psychologische(r) Psychotherapeut(in) Heilbehandlungen durchzuführen.

 

Ärztinnen und Ärzte können bei uns im Rahmen der psychoanalytischen Weiterbildung die Voraussetzungen für die Zusatztitel „Psychoanalyse" und "Psychotherapie" erwerben und daneben Bausteine für ihre jeweilige Facharztausbildung, die sie benötigen. Ihre Weiterbildung an der Akademie richtet sich ebenfalls nach den Standards der DGPT; daneben müssen sie sich an den jeweils gültigen Richtlinien der BLÄK orientieren. Ärztinnen und Ärzte, die im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung Psychotherapie (vgl. auf der Homepage den Ausbildungsbereich AWP) zunächst den Zusatztitel "Psychotherapie" erworben haben, haben die Möglichkeit, in die „große“ psychoanalytische Weiterbildung überzuwechseln.

 

Psychologinnen und Psychologen, die bereits eine Approbation besitzen, können ihre berufliche Kompetenz vertiefen, indem sie zusätzlich die Fachkunde in analytischer Psychotherapie erwerben. Ihre Weiterbildung entspricht dann in etwa derjenigen der Ärzte. In welchem Ausmaß die bisherigen Ausbildungsleistungen anerkannt werden können, muss im Einzelfall mit der Aus- und Weiterbildungsleitung abgeklärt werden.

 

Wer die Aus-/Weiterbildung an einem anderen Institut begonnen hat und an die Akademie überwechseln möchte, ist willkommen. Genaueres findet sich im Abschnitt zum Aufnahmeverfahren. Individuell können Sie mit der Aus- und Weiterbildungsleitung besprechen, was aus Ihrer schon absolvierten Aus- und Weiterbildung anerkannt werden kann.

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Es ist uns ein Anliegen, die Entwicklung einer klaren psychoanalytischen Haltung und Behandlungskompetenz auf gute Weise zu vereinbaren mit den Anforderungen, welche das Psychotherapeutengesetz (PthG), die Weiterbildungsrichtlinien der bayerischen Landesärztekammer ((BLÄK) und die Vorgaben der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) für die Niederlassung mit sich bringen. Aufgrund der unterschiedlichen Vorschriften für psychologische und ärztliche PsychotherapeutInnen ist die Ausbildung für beide Berufsgruppen teilweise verschieden gestaltet. Die wesentlichen Ausbildungsbestandteile haben sie jedoch gemeinsam.

 

Die Ausbildung ist in Grundkurs und Hauptkurs aufgeteilt. Beide sind geprägt durch die drei Stränge der Theorievermittlung, der Selbsterfahrung (Lehranalyse) und der praktischen Arbeit mit Patienten mit Supervision und kasuistischen Seminaren.

 

Die Theorie bieten wir in Vorlesungen, Seminaren und vertiefender Projektarbeit an. Analog zur Universität sind die Ausbildungskandidaten frei, die Teilnahme je nach zeitlichen Möglichkeiten und Interesse zu variieren, wobei sie im Verlauf der Ausbildung die für sie vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen nachweisen müssen.

 

Eine gute und intensiv verlaufende Lehranalyse ist uns wichtig. Sie soll die Selbsterkenntnis und Selbstwahrnehmung erweitern und die Bearbeitung der eigenen konflikthaften Persönlichkeitsanteile ermöglichen. Dies ist neben der persönlichen Entwicklung auch deshalb notwendig, damit sich die Analytiker in Ausbildung nicht durch ihre eigenen ungelösten Problemfelder in die Konflikte der Patienten verstricken lassen, was sich nachteilig auf die Patienten und die Wirksamkeit der Therapie auswirkt.

 

Die praktisch-therapeutische Arbeit betrifft im Grundkurs vor allem das Anamnesenseminar und –praktikum. Hier wird intensiv und patientennah der Zugang zum Patienten im Erstinterview erlernt. Die Teilnahme an einer Babybeobachtung wird von unserer Seite auch für die Ausbildung zum Erwachsenentherapeuten sehr empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Daneben werden auch die Grundlagen für die spätere Antragstellung im kassenärztlichen Verfahren gelegt. Im Hauptkurs beginnt das Therapiepraktikum mit der eigenen Behandlung von Patienten. Diese wird begleitet von Supervision und der Teilnahme an kasuistisch-technischen Seminaren. Wir orientieren uns an den Anforderungen einer zeitgemäßen Patientenarbeit und vermitteln deshalb Kompetenzen in den drei Verfahren, die ein Psychoanalytiker heute in der Praxis braucht: der analytischen Psychotherapie (Psychoanalyse im engeren Sinn), der modifizierten analytischen Psychotherapie für die Behandlung schwer gestörter Patienten und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

 

Der Kern des Institutsabschlusses ist das Abschlusskolloquium, in dem ein psychoanalytischer Behandlungsverlauf vorgestellt wird. Für die staatliche Approbation und den ärztlichen Zusatztitel ist er nicht zwingend notwendig. Er ermöglicht die Mitgliedschaft in der Akademie und in der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychosomatik, Psychotherapie und Tiefenpsychologie), unserem fachlichen und berufspolitischen Dachverband, an dessen Standards sich unsere Ausbildung orientiert. Die Akademie ist eines der „freien Institute in der DGPT“ und gehört keiner psychoanalytischen Fachgesellschaft (DPV oder DPG) an. Sie bietet deshalb auch keinen Zugang zur IPV (Internationale psychoanalytische Vereinigung). Viele Mitarbeiter der Akademie sind jedoch Mitglieder der DPG (Deutsche psychoanalytische Gesellschaft), und unsere Ausbildung ermöglicht es, über die DPG-Arbeitsgruppe in München oder anderswo die Mitgliedschaft in der DPG zu erwerben.

 

Aufgrund der zahlreichen amtlichen Vorschriften ist die Aus- und Weiterbildung ziemlich aufwändig geworden. In unseren Reformbemühungen der letzten Jahre haben wir versucht, sie dennoch so bewältigbar wie möglich zu gestalten, fachliche Qualität zu gewährleisten und trotzdem Freude und Leidenschaft an der Ausbildung zu ermöglichen. Im Zusammenhang damit haben wir interne Prüfungsaufwendungen wesentlich verringert. Die Aus- und Weiterbildungszufriedenheit unserer Kandidaten ist ziemlich hoch, was sich u.a. darin zeigt, dass nahezu alle nach der Aus- und Weiterbildung Mitglieder der Akademie werden und damit eine fachliche Heimat für eine Berufstätigkeit finden, die für ihre weitere berufliche Tätigkeit  sehr anregend sein kann.

 

Im nächsten Abschnitt zum Curriculum finden sich die wesentlichen Unterschiede im Ausbildungsgang der verschiedenen Berufsgruppen.

 

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