n

 Kontakt
Anfahrt
Schwanthalerstr. 106, 80339 München

Bitte schicken Sie den ausgefüllten Antrag per Post an:

Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e.V.
Schwanthalerstraße 106
80339 München


Dem ausgefüllten Antrag sind beizufügen:

  1. eine ausführliche Vita (5-10 Seiten), in der Sie uns einen Überblick über Ihren Werdegang geben. Wichtig sind uns prägende Beziehungen und Stationen Ihres Lebens, auch die Brüche und Schwierigkeiten! (Original und drei Kopien)
  2. ein kurzer tabellarischer Lebenslauf (Original und drei Kopien)
  3. beglaubigte Kopien der die bisherige Ausbildung belegenden Urkunden (Diplom, Masterabschluss in klinischer Psychologie bzw. Approbation)
  4. ein Foto neueren Datums
  5. ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate ist
  6. Bewerbungsgebühren Euro 230,-
    (Überweisungsnachweis, Bank für Sozialwirtschaft München,
    IBAN DE52 7002 0500 0007 8105 00, BIC BFSWDE33MUE)

Die Zulassung erfolgt zweimal jährlich zum Sommer- und Wintersemester.

Der Antrag auf Zulassung kann ganzjährig bei der Akademie eingereicht werden.
Berufliche Tätigkeit ist keine Voraussetzung. Sie können sich direkt nach Ihrer akademischen Ausbildung bewerben.
Die Aus- und Weiterbildung kann zum jeweils nächsten Semester begonnen werden.

Antragsformular als PDF anzeigen

Drucken

Für Psychologinnen und Psychologen bieten wir den Erwerb der Voraussetzungen für die Fachkunde in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP) an. Der zeitliche Ausbildungsaufwand in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie beträgt mindestens 3 Jahre.

 

In der theoretischen Ausbildung werden alle Inhalte vermittelt, welche das PsychThG und die darauf beruhende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PsychTh-APrV) vorgeben. Hier sind (als Teil der insgesamt 4200 Stunden) 200 Stunden Grundkenntnisse und 400 Stunden vertiefte Ausbildung gefordert, die auch die kasuistischen Seminare umfasst. Genaueres zu den Ausbildungsinhalten finden Sie in unserem Vorlesungsverzeichnis.

 

Eine fundierte tiefenpsychologische psychotherapeutische Ausbildung beinhaltet hinreichend umfassende Erfahrungen in der persönlichen Lehrtherapie. Für die Lehrtherapie sind bis zur Zulassung zur Approbationsprüfung 150 Stunden notwendig.

Für den Akademie-Abschluss, der auch zur Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V) berechtigt, richten wir uns nach den Vorgaben der DGPT, die lauten, die Lehrtherapie solle möglichst ausbildungsbegleitend durchgeführt werden. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Aus- und Weiterbildungsleitung.

 

Zusätzlich zu der praktischen Patientenarbeit verlangt die PsychTh-APrV ein psychiatrisches Praktikum von mindestens 1200 Stunden, das an Einrichtungen absolviert werden kann, mit denen die Akademie Kooperationsverträge abgeschlossen hat; wir bedauern sehr, dass trotz großer Bemühungen bisher keine durchgehende Vergütung der Praktika durchgesetzt werden konnte. Jedoch ist es uns gelungen, das psychosomatische Praktikum von 600 Stunden großenteils in unsere Ausbildung zu integrieren, so dass es nicht andernorts absolviert werden muss.

 

Die Staatliche Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil führt zur Approbation und damit zur Berechtigung, als Psychologische(r) Psychotherapeut(in) Heilbehandlungen durchzuführen.

 

Ärztinnen und Ärzte können bei uns im Rahmen der psychoanalytischen/psychodynamischen Weiterbildung die Voraussetzungen für die Zusatztitel „Psychotherapie" erwerben und daneben Bausteine für ihre jeweilige Facharztausbildung, die sie benötigen. Ihre Weiterbildung an der Akademie richtet sich ebenfalls nach den Standards der DGPT; daneben müssen sie sich an den jeweils gültigen Richtlinien der BLÄK orientieren. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Aus- und Weiterbildungsleitung.

 

Wer die Aus-/Weiterbildung an einem anderen Institut begonnen hat und an die Akademie überwechseln möchte, ist willkommen. Genaueres findet sich im Abschnitt zum Aufnahmeverfahren. Individuell können Sie mit der Aus- und Weiterbildungsleitung besprechen, was aus Ihrer schon absolvierten Aus- und Weiterbildung anerkannt werden kann.

Drucken

Die Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie basiert auf der Grundlage psychoanalytischer Konzepte. Der verstehende Umgang mit bewussten und unbewussten Konflikten und Affekten stellt die Grundlage psychodynamischer Behandlungstechnik dar. Die Schulung und Wahrnehmung dieser Form von psychischen Prozessen ist ein wesentlicher Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Sie umfasst Selbsterfahrung, Theorie und praktische Tätigkeit.

 

Es ist uns ein Anliegen, die Entwicklung einer klaren psychoanalytischen/psychodynamischen Haltung und Behandlungskompetenz auf gute Weise zu vereinbaren mit den Anforderungen, welche das Psychotherapeutengesetz (PthG), die Weiterbildungsrichtlinien der bayerischen Landesärztekammer ((BLÄK) und die Vorgaben der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) für die Niederlassung mit sich bringen. Aufgrund der unterschiedlichen Vorschriften für psychologische und ärztliche PsychotherapeutInnen ist die Ausbildung für beide Berufsgruppen teilweise verschieden gestaltet. Die wesentlichen Ausbildungsbestandteile haben sie jedoch gemeinsam.

 

Die Ausbildung ist in Grundkurs und Hauptkurs aufgeteilt. Beide sind geprägt durch die drei Stränge der Theorievermittlung, der Selbsterfahrung (Lehrtherapie) und der praktischen Arbeit mit Patienten mit Supervision und kasuistischen Seminaren.

 

Die Theorie bieten wir in Vorlesungen, Seminaren, Studientagen und vertiefender Projektarbeit an. Analog zur Universität sind die Ausbildungskandidaten frei, die Teilnahme je nach zeitlichen Möglichkeiten und Interesse zu variieren, wobei sie im Verlauf der Ausbildung die für sie vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen nachweisen müssen.

Eine gute und intensiv verlaufende Lehrtherapie ist uns wichtig. Sie soll die Selbsterkenntnis und Selbstwahrnehmung erweitern und die Bearbeitung der eigenen konflikthaften Persönlichkeitsanteile ermöglichen. Dies ist neben der persönlichen Entwicklung auch deshalb notwendig, damit sich die Therapeuten in Ausbildung nicht durch ihre eigenen ungelösten Problemfelder in die Konflikte der Patienten verstricken lassen, was sich nachteilig auf die Patienten und die Wirksamkeit der Therapie auswirkt.

 

Die praktisch-therapeutische Arbeit betrifft im Grundkurs vor allem das Anamnesenseminar und –praktikum. Hier wird intensiv und patientennah der Zugang zum Patienten im Erstinterview erlernt. Die Teilnahme an einer Babybeobachtung wird von unserer Seite auch für die Ausbildung zum Erwachsenentherapeuten sehr empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Daneben werden auch die Grundlagen für die spätere Antragstellung im kassenärztlichen Verfahren gelegt. Im Hauptkurs beginnt das Therapiepraktikum mit der eigenen Behandlung von Patienten. Diese wird begleitet in der Supervision und durch die Teilnahme an kasuistisch-technischen Seminaren. Wir orientieren uns an den Anforderungen einer zeitgemäßen Patientenarbeit und vermitteln Kompetenzen in  psychoanalytischen und psychodynamischen Methoden.

 

Der Kern des Institutsabschlusses ist das Abschlusskolloquium, in dem ein tiefenpsychologisch fundierter Behandlungsverlauf vorgestellt wird. Für die staatliche Approbation und den ärztlichen Zusatztitel ist er nicht zwingend notwendig. Er ermöglicht die ordentliche Mitgliedschaft in der Akademie und in der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychosomatik, Psychotherapie und Tiefenpsychologie), unserem fachlichen und berufspolitischen Dachverband, an dessen Standards sich unsere Ausbildung orientiert. Die Akademie ist eines der „freien Institute in der DGPT“.

 

Aufgrund der zahlreichen amtlichen Vorschriften ist die Aus- und Weiterbildung ziemlich aufwändig geworden. In unseren Reformbemühungen der letzten Jahre haben wir versucht, sie dennoch so bewältigbar wie möglich zu gestalten, fachliche Qualität zu gewährleisten und trotzdem Freude und Leidenschaft an der Ausbildung zu ermöglichen. Im Zusammenhang damit haben wir interne Prüfungsaufwendungen wesentlich verringert. Die Aus- und Weiterbildungszufriedenheit unserer Kandidaten ist ziemlich hoch, was sich u.a. darin zeigt, dass nahezu alle nach der Aus- und Weiterbildung Mitglieder der Akademie werden und damit eine fachliche Heimat für eine Berufstätigkeit finden, die für ihre weitere berufliche Tätigkeit sehr anregend sein kann.

Im nächsten Abschnitt zum Curriculum finden sich die wesentlichen Unterschiede im Ausbildungsgang der verschiedenen Berufsgruppen.

 

Drucken

Was ist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

 

Wichtrey_Psychoanalyse_ETH

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist ein psychoanalytisches Verfahren, das sich von der analytischen Psychotherapie in der Art der Behandlungstechnik unterscheidet.
Den Angelpunkt der tiefenpsychologisch fundierten Verfahren stellen die Probleme in aktuellen Beziehungen und sozialen Situationen dar, die für die psychischen Konflikte und die Symptomatik sowie ihren Verlauf eine maßgebliche Bedeutung haben und meistens in der Auslösesituation der Symptomentstehung ausfindig gemacht werden können.

Der tiefenpsychologisch fundierte Behandlungsansatz als spezifisch psychodynamische Methode ist vor allem durch drei Merkmale gekennzeichnet:

  1. Die Begrenzung der Zielsetzung auf die Aufhebung der aktuellen Symptomatik.
  2. Die Konzentration des Behandlungsprozesses auf die Bearbeitung reaktualisierter Konflikte.
  3. Eine Technik, die durch Rahmen, Haltung und Interventionsformen regressive Prozesse eingrenzt.

Ein charakteristisches Merkmal ist die Deutung der Funktion von unbewussten Hintergründen für die gegenwärtige Lebenssituation verknüpft mit der Symptomatik. Ziel dieses Verfahrens ist die Auflösung der aktuellen Konflikte und der dadurch bedingten Störungen. Es geht dabei nicht nur um Einsicht in die Konfliktdynamik, sondern ebenso um Beziehungsfaktoren sowie die Kontinuität der Zuwendung und das Erleben und die Akzeptanz von Abwehrstrukturen und eine Begleitung bei neuen Entwicklungsschritten.

Drucken